Mit den tatsächlichen Anwendungen beginnen
Governance beginnt nicht mit einem langen Regelwerk, sondern mit der Frage, welche KI-Dienste bereits genutzt werden. Dazu gehören öffentliche Chatbots, integrierte Assistenten, Übersetzung, Analyse, Bewerbungsunterstützung und automatisierte Entscheidungen.
Erfasse Zweck, verantwortliche Rolle, verwendete Daten, Anbieter, betroffene Personen und die Bedeutung des Ergebnisses für Geschäftsentscheidungen.
Sechs Leitplanken für den Alltag
Die Leitplanken müssen zu den konkreten Risiken passen. Ein Textentwurf für interne Kommunikation ist anders zu behandeln als eine automatisierte Bewertung von Bewerbungen oder Kundendaten.
- freigegebene Anwendungen und zulässige Zwecke festlegen
- Personendaten, Kundendaten und Geschäftsgeheimnisse schützen
- Ergebnisse vor relevanten Entscheidungen menschlich prüfen
- Fehler, Verzerrungen und ungeeignete Ausgaben melden
- Anbieter, Verträge, Datenflüsse und Änderungen kontrollieren
- Mitarbeitende verständlich schulen und Regeln aktualisieren
Das Schweizer Datenschutzgesetz gilt auch für KI
Der EDÖB weist darauf hin, dass das technologieneutral formulierte Datenschutzgesetz direkt auf KI-gestützte Datenbearbeitungen anwendbar ist. Zweck, Funktionsweise und Datenquellen müssen je nach Anwendung transparent und rechtmässig behandelt werden.
Prüfe deshalb vor der Freigabe, welche Daten eingegeben, gespeichert, weiterverwendet oder für Training genutzt werden. Hohe Risiken können eine vertiefte Datenschutzprüfung erfordern.
AI Governance als wiederholbarer Prozess
Neue Funktionen und Anbieter ändern sich schnell. Ein einmaliger Richtlinienentwurf reicht deshalb nicht aus.
AI Governance Basics von imatics strukturiert den Arbeitsstand über 25 Controls, 50 Aufgaben und 25 Artikel. Das Zusatz-Framework hilft, Anwendungen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen laufend zu pflegen.
