Verantwortlicher KI-Einsatz

AI Governance für Schweizer KMU

KI-Tools werden oft genutzt, bevor Regeln, Verantwortung und Datenflüsse geklärt sind. Eine schlanke Governance schafft Leitplanken, ohne sinnvolle Anwendungen auszubremsen.

01Direktantwort

Was bedeutet AI Governance für ein KMU?

AI Governance bezeichnet die Regeln und Verantwortlichkeiten, mit denen ein Unternehmen den Einsatz künstlicher Intelligenz steuert. Für ein KMU gehören dazu ein Inventar der Anwendungen, erlaubte und verbotene Nutzungen, Schutz von Personendaten und Geschäftsgeheimnissen, menschliche Kontrolle, Lieferantenprüfung, Transparenz sowie ein geregelter Umgang mit Fehlern und Vorfällen.

Mit den tatsächlichen Anwendungen beginnen

Governance beginnt nicht mit einem langen Regelwerk, sondern mit der Frage, welche KI-Dienste bereits genutzt werden. Dazu gehören öffentliche Chatbots, integrierte Assistenten, Übersetzung, Analyse, Bewerbungsunterstützung und automatisierte Entscheidungen.

Erfasse Zweck, verantwortliche Rolle, verwendete Daten, Anbieter, betroffene Personen und die Bedeutung des Ergebnisses für Geschäftsentscheidungen.

Sechs Leitplanken für den Alltag

Die Leitplanken müssen zu den konkreten Risiken passen. Ein Textentwurf für interne Kommunikation ist anders zu behandeln als eine automatisierte Bewertung von Bewerbungen oder Kundendaten.

  • freigegebene Anwendungen und zulässige Zwecke festlegen
  • Personendaten, Kundendaten und Geschäftsgeheimnisse schützen
  • Ergebnisse vor relevanten Entscheidungen menschlich prüfen
  • Fehler, Verzerrungen und ungeeignete Ausgaben melden
  • Anbieter, Verträge, Datenflüsse und Änderungen kontrollieren
  • Mitarbeitende verständlich schulen und Regeln aktualisieren

Das Schweizer Datenschutzgesetz gilt auch für KI

Der EDÖB weist darauf hin, dass das technologieneutral formulierte Datenschutzgesetz direkt auf KI-gestützte Datenbearbeitungen anwendbar ist. Zweck, Funktionsweise und Datenquellen müssen je nach Anwendung transparent und rechtmässig behandelt werden.

Prüfe deshalb vor der Freigabe, welche Daten eingegeben, gespeichert, weiterverwendet oder für Training genutzt werden. Hohe Risiken können eine vertiefte Datenschutzprüfung erfordern.

AI Governance als wiederholbarer Prozess

Neue Funktionen und Anbieter ändern sich schnell. Ein einmaliger Richtlinienentwurf reicht deshalb nicht aus.

AI Governance Basics von imatics strukturiert den Arbeitsstand über 25 Controls, 50 Aufgaben und 25 Artikel. Das Zusatz-Framework hilft, Anwendungen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen laufend zu pflegen.

Klare Antworten

Häufige Fragen

01

Braucht ein kleines KMU bereits AI Governance?

Sobald Mitarbeitende KI mit Unternehmens- oder Personendaten nutzen, sind klare Mindestregeln sinnvoll. Die Tiefe kann zur Grösse und zum Risiko passen.

02

Dürfen Mitarbeitende öffentliche KI-Tools verwenden?

Das Unternehmen sollte festlegen, welche Tools und Daten zulässig sind. Ohne Regeln können vertrauliche Informationen oder Personendaten unkontrolliert weitergegeben werden.

03

Gibt es in der Schweiz ein eigenes KI-Gesetz?

Der rechtliche Rahmen entwickelt sich. Unabhängig davon gelten bestehende Regeln, insbesondere das Schweizer Datenschutzgesetz, auch bei KI-gestützten Datenbearbeitungen.

04

Was umfasst AI Governance Basics?

Das Zusatz-Framework umfasst 25 Controls, 50 Aufgaben und 25 Artikel für die verantwortliche Nutzung von KI im Unternehmen.

Offizielle Grundlagen

Quellen und weiterführende Informationen

Dieser Praxisratgeber dient der Orientierung und ersetzt weder eine individuelle Rechtsberatung noch eine unabhängige Sicherheitsprüfung.

Nächster Schritt

KI-Nutzung mit klaren Leitplanken steuern.

AI Governance Basics macht Anwendungen, Verantwortung, Risiken und nächste Aufgaben in einer gemeinsamen Struktur sichtbar.

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